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"This is too beautiful, it can´t be nature"
Work in progress, Audiovisuelles Essay, 2005
"The simulacrum is never that which conceals the truth. - It is
the truth which conceals that there is none. The simulacrum is
true.", Jean Baudrillard, Simulacra and Simulations, Selected
Writings
Hyperreal and Imaginary
Die amerikanische Gesellschaftsstruktur kann als Sinnbild funktionieren
für eine vollkommen artifizielle Lebensform basierend auf Simulation
und Künstlichkeit. Gesteigert wird diese Erscheinung noch an einem
speziellen Ort, in der fiktiven Filmwelt von Los Angeles. Hollywood,
Synonym für das Filmbusiness, die Unterhaltungsindustrie und Projektionsfolie
weltweiter Träume von Ruhm und Reichtum, verschmilzt in absurder
Weise mit dem realen Ort. Es erscheint ein irreales Gebilde aus
artifiziellen Protagonisten, Verhaltensweisen und Scheinwahrheiten.
Diese ?fiktive Welt? ist dort eins mit der "realen Welt", die
durch Ideale der Künstlichkeit geprägt ist........
"Los Angeles is encircled by "imaginary stations" which feed reality,
reality-energy, to a town whose mystery is precisely that it is
nothing more than a network of endless, unreal circulation: a
town of fabulous proportions, but without space or dimensions.
As much as electrical and nuclear power stations, as much as film
studios, this town, which is nothing more than an immense script
and a perpetual motion picture, needs this old imaginary made
up of childhood signals and faked phantasms for its sympathetic
nervous system.", Jean Baudrillard, Simulacra and Simulations,
Selected Writings
Scheinwelten: Hollywood und Urlaubsparadiese
Dokumentarisches Material im Stil des "Direct Cinema" in Kalifornien
und insbesondere in Los Angeles, Hollywood aufgenommen, dient
als Ausgangsmaterial für ein experimentelles audiovisuelles Essay,
das Themen wie Künstlichkeit, Simulation und Realität moderner
Gesellschafts- und Lebensstrukturen aufgreift. Die Scheinwelt
des weltweit dominanten Hollywoodkinos prägt mit seinen wiederkehrenden
Plots, Grundthematiken und Idealen global die Lebensweise und
Kulturen vieler Nationen in unglaublichem Außmaß. Insbesondere
die westliche Industriekultur wird jedoch auch durch eine zweite
Scheinwelt, die der "Urlaubsparadiese" beeinflußt. Als andere
zeitlich begrenzte Fluchtmöglichkeit aus der vermeintlichen grauen
Alltagsrealität werden hier Sehnsüchte nach Unbeschwertheit, Reinheit
und Harmonie in vollendeter freundlicher, paradisischer Natur
ausgelebt. Die realen Orte werden in Nicht-Orte der westlichen
Phantasien verwandelt, wobei die ?wahre Umstände? vielfach ausgeblendet
werden. Ist die Natur dort noch Natur oder Teil der Kulisse? Sind
die Abbilder dieser Natur real, oder sind sie zu schön, um echt
zu sein? Und was passiert, wenn die Naturgewalt als Katastrophe
dort hineinbricht?
Inspiriert durch den Text "Simulacra and Simulations" von Jean
Baudrillard entwickelt sich ein experimentelle audiovisuelle Collage
basierend auf Video- und Soundmaterial, daß in Amerika, Hollywood
und in verschiedenen Ländern und Kulturen der Erde, die als Orte
westlicher Urlaubsphantasien bereist werden, aufgenommen wurde:
Lebensräume, Transiträume, Scheinwelten, exotische Orte, Klischeebilder
der Südseeromantik Informatiosräume, Urbanes, Authentisches. Neben
dokumentarischen Filmaufnahmen werden formal postmoderne audiovisuelle
Strategien aus der sogenannten "Clipästhetik" verwandt. Das Bild-
und Klangmaterial wird durch elektronische Bearbeitung verfremdet
und abstrahiert, durch digitale Collage- und Samplingtechniken
fragmentiert und in einer assoziativen Montage zusammengeführt,
ähnlich wie in meinen anderen Arbeiten ?Constructed Passage? und
?Infinte Trajectory?. Der Versuch ein authentisches Bild mit wahrhaften
Abbildern zu schaffen wird hierdurch in sich selbst irregeführt
und das dokumentarische Material in Frage gestellt.
Dieses Verfahren raut die Bildsequenzen und Klänge dergestalt
auf, dass sich die Zuschauer gleichsam in ihnen gedanklich frei
bewegen können. So wird eine dem Inhalt entsprechende Auseinandersetzung
mit Echtheit und Künstlichkeit der Bilder und der Ästhetik der
postmodernen audiovisuellen Ausdrucksform entwickelt und auch
auf der formalen Ebene die Auswirkungen der Simulation thematisiert.
Das lädt zu eigenen Assoziationen ein, die sich im Kontrast zu
dem ausgewählten und in Ausschnitten einmontierten Zitat von Baudrillard
bewähren müssen. So öffnet dieser audiovisuelle Essay für den
Betrachter einen Freiraum der assoziativen Selbstbetrachtung,
ohne auf intellektuelle Vorgaben und damit Anstrengungen zu verzichten.
Das enstehende audiovisuelle Essay kann als Videoband oder als
ein oder mehrkanalige Video- und Audio-Installation präsentiert
werden. Gleichzeitig entsteht auch eine Konzeption als Internet-Videoprojekt.
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