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"Vormittagsspuk" (1927) ist ein schwungvoller Kurzfilm über die zeitweilige Rebellion alltäglicher Objekte gegen die menschliche Gesellschaft und die anschließende Rückkehr zur Ordnung. Die dabei benutzte
komplizierte Rythmik von Montage und Kameratechnik war eine Auseinandersetzung Richters mit der Musik und Musiktheorie seiner Zeit.
Richter selbst nannte als Anstoß für "Vormittagsspuk", wie auch
für seine früheren Filme, das Prinzip des Rythmus von Zeit und von Objekten in Bewegung, woraus sich in diesem Fall eine Geschichte "als Nebenprodukt" ergab. "Vormittagsspuk" war der erste Film Richters, mit dem
er sich von seiner abstrakten, streng rythmischen Filmpraxis verabschiedete
und sich dem filmischen Bereich annäherte.
Zur Premiere von "Vormittagsspuk" beim Baden-Badener Musikfestival
1928 wurde eine Originalkomposition von Paul Hindemith aufgeführt, die der Komponist nach Fertigstellung des Films,
für diesen Film und diese Aufführung erschuf. Die Partitur der
Komposition ging in der Nazizeit verloren, so daß heute keine Zeugnisse mehr von der Originalmusik zu diesem Film existieren.
Meine Komposition "Ghost before breakfast" stützt sich auf die rytmischen Prinzipien von Richters Arbeit. Die Komposition benutzt als Ausgangsmaterial ausschließlich
kurze Samples von verschiedenen Weckern, Uhren und Glocken, darunter auch einige moderne Wecker mit wiederum gesampelten
Sprach-, Geräusch und Melodiefetzen. Aus ca. 20 verschiedenen Samples dieser Art entstand durch Loopen, Tonhöhenmodulierung und damit Tempoveränderungen der Grundrythmen eine stark rythmisch orientierte Komposition mit einfachen rythmisch-orientierten
Melodien. Der Großform der Bildkomposition Richters folgend beginnt und endet die Komposition mit dem Motiv einer Uhr, die
die Geisterstunde einläutet und beendet. Im Mittelteil des Films
/ der Komposition verselbständigen sich die Klänge analog zum Bild zu einem Chaos,
das zum Ende des Films in eine Ordnung zurückgeführt wird. Der Rythmus der Musik unterstützt und betont den Bildrythmus
oder verzaht sich stellenweise mit dem Bild zu einer komplexeren,
übergeordneten, rhythmischen Struktur.
In der Endabmischung wird ausschließlich die Positionierung im Stereobild vorgenommen sowie die dynamische Strutkur der Komposition festlgelegt
werden; es werden keine weiteren Effekte oder elektronische Klangerzeuger
benutzt. |
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Soundkomposition zu dem gleichnamigen Film von Hans Richter
Idee und Realisation: Christin Bolewski
Dank an Peter Kiefer
Produziert an der Kunsthochschule für Medien Köln
© 1996
Christin Bolewski
Technische Mittel
Audio-Produktion
mehrkanalige digitale Klangbearbeitung
im Macintosh mit Digidesign, Sound Designer, Cubase Audio, Pro
Tools und
per MIDI im Sampier Akai S 1100
Endmischung auf DAT und Betacam SP, Stereo, 6 min |
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