|
|
|
|
|
|
|
Entweder vertritt der Ethnograph die Normen seiner eigenen Gruppe,
dann können ihm die anderen nur eine vorübergehende Neugier einflößen,
bei der die Mißbilligung niemals fehlt.
Oder er ist imstande, sich ihnen völlig auszuliefern, dann ist
seine Objektivität beeinträchtigt.
Wie kann der Ethnograph diesen Widerspruch überwinden?
Er hat eine Gesellschaft vor Augen, die ihm immer zur Verfügung
steht: seine eigene;
warum beschließt er, sie zu verachten und sich anderen, weit entfernten
und völlig anders gearteten Gesellschaften mit einer Geduld zu
widmen, die er seinen eigenen Mitbürgern versagt?
Marc Augé |
|